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The Lordi Scarchives Vol.1 (2012)

 

Der sechste Output der Monstertruppe ist eigentlich der Erste - so in ungefähr könnte man den Release der Scarchives Vol.1 umschreiben. Das gute Stück kommt als CD/DVD-Digipak, und enthält das eigentlich als Debütalbum geplante, aber nie veröffentlichte "Bend Over And Pray The Lord" sowie eine Aufnahme des allerersten Lordi-Gigs im Jahre 2002. An der Aufmachung der Scheibe gibt es nichts zu meckern - es ist sogar das Original-Booklet des unveröffentlichten Albums enthalten, das um einige Seiten mit einem von Lordi höchst selbst verfassten "Making Of" erweitert wurde. Eine ehrliche Nachbetrachtung der ersten Gehversuche des Lordi-Projektes, und all seiner anfänglichen Irrwege.

Unter dem sperrigen Cover-Titel "The Invincible LORDI and his Monster-Squad: Bend Over And Pray The Lord! - The Heavy-Rock Album" verbirgt sich etwas für viele Fans ganz und gar unerwartetes, frönt der Mastermind der Monstertruppe auf diesem Erstlingswerk unterstützt von den ersten drei Kollegen doch noch seinen musikalischen Wurzeln die im Industrial-Bereich liegen. So erinnert das Album eher an Werke von Rob Zombie, denn an das was man unter der musikalischen Marke "Lordi" heute versteht.

Wie ganz klar zu erwarten war, können die Aufnahmen mit denen bereits 1997 begonnen wurde qualitativ nicht mit dem heutzutage gewohnten Material mithalten - wurde doch an diesem Output über ein Jahr lang in verschiedenen Mini-Studios gebastelt. Der Sound von Bass und Gitarre (letztere noch überwiegend von Mr. Lordi selbst gespielt!) kommt dennoch um einiges druckvoller um die Ecke als beim letzten Album, dafür gibt es Abzüge für den Drumcomputer. Dennoch klingt das Album trotz sperriger und teilweise unstrukturierter Songs erfrischend derb und räudig, und geht trotz nicht allzu hohen Tempos weitaus aggressiver zu Werke als der als Debütalbum veröffentlichte Nachfolger "Get Heavy".

 

Gleich mit dem Opener "Playing The Devil" wird die Marschrichtung des Albums vorgegeben: Stampfender Rhythmus, und räudig-grooviger 80er-Sound mit klar erkennbarer Industrial-Schlagseite. Bei "Steamroller" haben Lordi wohl später Anleihen bei sich selbst genommen - finden sich hier doch sowohl das Riff von My Heaven Is Your Hell wieder, als auch Textpassagen die später den Grundstock zum Titel Who's Your Daddy bilden sollten. Für letzteres hat man sich auch beim Riff des Songs "Paint In Blood" bedient, der im Gegensatz zu einigen anderen Songs auf dem Album etwas flotter zu Werke geht und für Lordi-Fanatiker gerade aufgrund des geradlinigen Keyboards leichter verdaulich sein müsste.

Der hintergründige Witz der späteren Lordi-Lyrics blitzt bei dem Gene Simmons-Tribut "Idol" auf, einem langsamen Stampfer mit richtig derbem Gitarreneinsatz. Musikalisch in die gleiche Bresche schlägt einer der härtesten Songs des Albums, "I Am The Leviathan". Ein flotter Song mit - verglichen zu dem was man von Lordi gewöhnt ist - richtigem Gitarrengeshredder, aber strukturierter und besser verdaulich als beispielsweise das ähnlich harte aber verschachtelte "White Lightning Moonshine" das neben "Idol" eines der längsten Stücke des Albums ist. "Monstermotorhellmachine" könnte mit veränderten Arrangements ohne weiteres auf einem der späteren Lordi-Alben zu finden sein, während "Death Suits You Fine" zwar mit einem interessanten Akkordeon-Intro und Elementen aus dem über 10 Jahre später aufgenommen Call Off The Wedding aufwartet, aber dafür noch einmal unterstreicht dass Balladen gesanglich definitiv nicht Lordis Stärke sind.

Abgerundet wird das Album durch ein experimentielles Cover von KISS' "Almost Human", sowie der ersten Aufnahme von "Get Heavy" das durch den ungeschliffenen Mix erdiger und fast besser kling als der Titeltrack des gleichnamigen Albums. Als Bonus gibt es außerdem noch das aus den Aufnahmesessions von 2002 stammende und bis dato unveröffentlichte "Hulking Dynamo", das den ziemlich scharfen Kontrast zwischen den Frühwerken und dem Debütalbum noch einmal unterstreicht.

 

Die Atmosphäre des Albums setzt sich auf der DVD fort, auf der der allererste Lordi-Gig filmisch festgehalten ist. Größtenteils mit Amateur-Kameras gefilmt kann die Aufnahme natürlich nicht mit einer professionellen Konzert-DVD mithalten, entwickelt aber durch die komplett ungeschnittene Aufnahme einen ganz eigenen Charme. So bleiben dem Seher auch die kleinen Hoppalas des ersten Konzertes nicht vorenthalten - seien das technische Pannen die eine unfreiwillige längere Pause zwischen den Songs verursachen, Ausfälle von Instrumenten oder Backing Tracks oder ein Lordi der seine Bühnenaccessoires verkehrt herum hält und sich dabei beinahe selbst die edelsten Teile röstet.

Das Bonusmaterial der DVD hält sich mit einer ziemlich schlicht gestalteten Bildergalerie von nie veröffentlichten Illustrationen, Covern und Merchandise-Designs in Grenzen, dafür erfährt man im Audiokommentar des Konzertes umso mehr. Hier meldet sich auch noch einmal kurz der verstorbene Otus zu Wort - das letzte Tondokument des Drummers vor seinem überraschenden Tod im Frühjahr 2012.

 

Generell kann man dem Set kein gutes oder schlechtes Zeichen ausstellen, läuft es doch weitestgehend außer Konkurrenz zu den regulären Veröffentlichungen. Die Scarchives sind als reines Special für eingefleischte Fans bzw Sammler gedacht - Personen außerhalb des Dunstkreises der Monstermaniacs werden hier auch mangels Interesse kaum zugreifen - und werden als solches gerade aufgrund der Ecken und Kanten sowohl von CD als auch DVD in der Fan-Community noch heiß diskutiert werden. Egal ob man das Material nun für gut oder schlecht befindet, es ist ein Zeitdokument dessen Besitz sich für einen eingefleischten Fan auf jeden Fall lohnt. Frei nach dem Motto: "If you like it, press 1!"

 

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letztes Update: Januar 2015

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