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To Beast Or Not To Beast (2013)

 

"Dinner is served!" fiept es einem von Produzent Michael Wagener höchstpersönlich entgegen wenn man das neue inzwischen 6. Studioalbum der Finnen auf die Ohren bekommt. Der wahnwitzige, von Gitarrist Amen erdachte Titel "To Beast Or Not To Beast" ist hier als Programm anzusehen: brave Kuschelmonster waren gestern - jetzt kommt die biestige, aggressive Seite zum Vorschein! Denn nach dem streichelzarten Vorgängerbaby liefern Lordi mit neuer Besetzung an Schlagzeug und Keyboard jetzt als Kontrastprogramm ihr bis dato härtestes Album ab. Die Scheibe mutet wie ein ziemlich wütender Bastard aus The Monsterican Dream und The Arockalypse an, und wird im Lordi-Lager erneut für reichlich Diskussionsstoff sorgen - brechen doch Lordi mit diesem Output in vielerlei Hinsicht mit so einigen (teilweise liebgewonnenen) Traditionen.
Wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht sich das Erbe des 2012 aus dem Leben gerissenen Schlagzeugers Otus, der mit seinem abwechslungsreichen, energiegeladenen Spiel viele festgefahrene Strukturen aufgebrochen hat und dem 80er-Sound der Monster ein frischeres, zeitgemäßeres Gewand verpasst hat. So trauen sich Lordi nun zurück zu ihren Wurzeln, und verpacken auch Industrial-Elemente in die durchwegs von knackigen Gitarren dominierten Songs.
Was auffällt ist, dass der Sound im vergleich zum letzten Album wieder deutlich differenzierter ist, mehr Ecken und Kanten aufweisen kann, und überhaupt mehr Eier in der Hose hat. Was auch für die Monster selbst gilt - der neue Drummer Mana beherrscht sein Handwerk und führt das was sein Vorgänger begonnen hat nahtlos weiter, und auch der Rest der Meute zeigt dass sie nicht nur cool ausschauen können, sondern auch ernstzunehmende Musiker sind. Was weiters noch ins Ohr springt ist die Tatsache dass auf diesem Album erstmals in einigen Refrains Mr. Lordi eher in den Hintergrund gemixt wurde, und Amen und Hella, die sich nun für die Backings verantwortlich zeigen, dafür gut zu hören sind. Was im ersten Moment für Lordi-Fans noch ungewöhnlich klingt, fügt sich aber dennoch exzellent in das Gesamtkonzept des Albums ein und kann nur als Gewinn betrachtet werden.
Wohin die Reise geht zeigt dann gleich einmal der Opener mit einem thrashigen Beginn, der zunächst den Verdacht aufkommen lässt man hätte aus Versehen die falsche CD in den Player gestopft. Doch spätestens als Mr. Lordi mit seiner knarzigen Stimme loslegt ist klar dass hier tatsächlich die finnischen Monster am Werk sind. Dennoch ist der Track als Opener ein wenig suboptimal gewählt, sorgt er doch mit einem unerwarteten Break in der Mitte des Songs für Verwirrung beim Hörer. Das folgende "I Luv Ugly" ist dafür ein typischer Lordi-Stampfer, dessen Refrain schon beim ersten mal Hören einfach nur Spaß macht und dank seinem lässigen Groove auch live eine Bank sein sollte.
Die Singleauskopplung, das textlich grandiose "The Riff" überrascht mit stark präsenten elektronischen Elementen, und deutlicher Industrial-Schlagseite. Obwohl die Nummer nicht zu den Stärksten des Albums zählt bringt man den Ohrwurm nach ein paar Durchläufen nur schwer wieder aus dem Kopf. Danach bekommt der Hörer eine Powerballade mit tiefer gestimmten Gitarren auf die Ohren - Lordi-Kenner wird die Tatsache dass der Song ursprünglich für das ebenfalls härter geratene Monsterican Dream geschrieben wurde nicht überraschen.
Wenn man Eier in der Hose hat darf man sich auch mal selbst beweihräuchern - so sieht das Obermonster das bei dem an Rage erinnernden Uptempo-Song "I'm The Best". Ein flottes Riff, von gepflegtem Doublebass unterlegt - das gefällt, und auch die restliche Mannschaft hat hörbar Spaß an dem Song. Einzig der Refrain hätte ein wenig mehr textliche Abwechslung vertragen können.
Das ohne weiteres von Europe stammen könnende "Horrifiction" versteht sich dafür als eine Hommage an die von Lordi geliebten Horrorfilme wie Nightmare On Elm Street, Friday the 13th... In eine ähnliche Bresche schlägt auch Schizo Doll das mit einigen creepy Elementen aufwartet (nicht nur im Intro...), und eine gelungene Mischung aus Melodie und Härte in sich vereint die man auch Rob Zombie zuordnen könnte. Der Stotter-Refrain des folgenden "C-C-Candy For The C-Cannibal" treibt in Verbindung mit dem herrlich abartigen Text ein fettes Grinsen aufs Gesicht.
Zum Abschluss der regulären Tracks folgt das Novum schlechthin mit "Sincerely With Love". Das, wie der Titel vermuten lassen würde, keinesfalls eine Ballade ist. "Fuck You Asshole!" plärrt das Obermonster von Herzen kommend aus den Lautsprechern, und wirft damit passend zur neu entdeckten Bad Attitude der Band seine Meinung niemals in einem Song fluchen zu wollen gepflegt über Bord. Vor allem live könnte der Song noch für viel Spaß sorgen...
Ans Ende gewandert ist dieses Mal das Standard-Intro der Monster - SCG fungiert in seinem sechsten Teil als Outro, und beherbergt unter dem Titel "Otus' Butcher Clinic" ein 2010 aufgenommenes Drumsolo des verstorbenen Drummers, gleichzeitig das einzige Tondokument von Otus als Teil der Band Lordi. Eine würdige Verbeugung vor einem viel zu früh aus dem Leben gerissenen Kameraden.
Abschließend kann man sagen dass Lordi mit diesem Album nicht nur ihr bis dato härtestes, sondern auch ihr handwerklich bestes Album abliefern. Wem die kostümierten Finnen seit The Monsterican Dream zu zahm zu Werke gegangen sind, der sollte hier definitiv ein Ohr riskieren, und sich an der härteren, deutlich mehr in den Metal-Bereich gehenden Produktion erfreuen! Liebhabern der soft rockenden Kuschelmonster jedoch, könnte schon der Opener erhebliche Bauch-, pardon, Ohrenschmerzen bescheren. Bezug nehmend auf das Songmaterial das die Band für dieses Album geschrieben hat, hätte das Album noch weitaus härter ausfallen können. Und wer weiß, vielleicht bekommen wir das eines Tages auch noch zu hören? Nichts ist unmöglich... in diesem Sinne: ALL HAIL THE FREAKS!
 

 

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letztes Update: Januar 2015

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