Chronicles of Gaia

 

 

Vorgeschichte :

 

       

Jahrhunderte lang waren die Tore von Jasuo geschlossen. Die Tore von Jasuo waren die einzige Verbindung zwischen den einzelnen Sphären und Ebene des unendlichen Universums. Kaum jemand konnte von diesen Toren berichten. Aus Sagen und Legenden wurde erzählt, dass diese Tore auf den höchsten Bergen und in den tiefsten Seen seien. Silbern und glänzend sollen sie sein und Musik, die die Seele berührt, sei in ihrer Nähe zu hören. Doch die Bewohner von Gaia, die Menschen, wurden immer zahlreicher und besessener vom Wunsch, die Magie zu tilgen. Als Bestrafung schlossen die Wächter alle Tore, die in Verbindung mit Gaia standen, nur das Tor zum Totenreich blieb offen. Jahrhunderte vergingen und die Tore wurden in Gaia vergessen. Die Technologie entwickelte sich und die Magie nahm immer mehr ab.

Eine Handvoll Magier des vergessenen Ordens der Weisheit wusste noch von diesen Toren.

Dem Silbermondtor galt ihr Interesse, denn dieses führte zur Ebene der magischen Flüsse, die Quelle der Magie. Legenden zufolge war das Silbermondtor in einem Tempel im heutigen Himalaja. Verborgen in der tiefsten Höhle sollte der Tempel stehen. Die Magier fanden den Tempel ohne Mühen und betraten die silbernen Hallen.

Der Silbermondtempel war aus echtem Silber erbaut und die Hallen waren von kristallenen Säulen geschmückt. Ein Harfenspiel, wie das eines Engels, erfüllte die Hallen mit innerer Zufriedenheit und Wohlmut. Das Fackellicht der Wanderer zeigte ihnen die wunderschönen Gänge aus Edelmetall. In der Torhalle angekommen, konnten die Magier ein wunderschönes Schauspiel bewundern. Diese runde Halle war gänzlich aus Kristall. Schwebende azurblaue Lichter flogen durch diese Halle und gaben summende Geräusche von sich. Das kristallene Tor, groß und edel, war in einer Wand eingeritzt. 

„Fremde, was führt euch in diese heiligen Hallen“, ertönte eine Stimme aus dem Nichts. Sie klang so warm wie ein Sonnenstrahl des ersten Sommertages. Sie erfüllte alle Herzen mit Wärme und alle Gemüter mit Erholsamkeit. Die Quelle der Stimme war eine Frau, die in der Mitte des Raumes stand. Ihr fließendes Haar war schwarz wie die Nacht und ihre Haut so blass wie der Mond. Ihre Augen so silbern wie der Wind nur selbst sein konnte und ihre Lippen so sanft wie eine Rosenblüte. Obwohl kein Wind in diesen Hallen zu spüren war, wehte ihr Haar sanft.

„Herrliche Elun, Wächterin des Silbermondtores, wir sind hier um dich zu bitten, die Magie nach Gaia zurückzubringen“, sagte einer der Magier und kniete sich hin.

„Dies ist mir nicht gestattet“, sagte Elun ruhig und sanft, „ihr Menschen habt die Magie und ihre Wirker gejagt.“ 

Die Magier wussten, dass Elun das Tor nicht freiwillig aufmachen würde, und so überlegten sie sich eine List. Während Elun mit dem Magier sprach, wurde ein anderer damit beauftragt, das Tor zu öffnen. Da die Wächterin allein die Macht hatte, das Tor zu öffnen, versuchte der Magier, mit einem uralten Spruch, dessen Wirkung man nicht genau kannte, das Tor gewaltsam zu öffnen. Von diesem Spruch konnte man nur herausfinden, dass dieser etwas mit der Öffnung eines Tores zu tun hatte.

Bevor Elun etwas bemerkte, hatte der Magier den Spruch gesprochen. Ein gewaltiges Beben erschütterte die kristallenen Hallen und ein Grollen erfüllte die Gemüter. Doch der Spruch tat seine Wirkung. Das Tor öffnete sich unter lautem Getöse.

„Ihr Narren!“ Von Eluns Wärme war nichts mehr zu spüren. Ihr Blick war erfüllt von Zorn. „Ihr habt die verbotene Schriftrolle benützt! Hiermit habt ihr alle Tore geöffnet! Selbst die Pforten der Höllen! Diese gewaltsame Veränderung wird Gaia schlagartig verändern! Ihr…“ Weiter kam sie nicht. Die Flüsse der Magie schossen aus dem Tor und durchfluteten die Hallen. Ein Meer aus blauen Sternen strömte aus dem Tor heraus. Die Magier bekamen das nicht mehr mit. Die Flüsse waren zu mächtig für ihre Körper. Ein Bann hinderte die Wächterin daran, das Tor zu schließen. Dämonen und andere Fabelwesen erschienen auf unserer Welt, gefolgt von Naturgewalten und Zerstörung. Die gesamte Welt änderte ihr Aussehen und vermischte sich mit anderer. Für Gaia kam ein neues Zeitalter. Ein Zeitalter der Magie.

 

(c) by XES_Hunter 2006