Kapitel VIII – Nocturne der Geister

 

Es verging sehr viel Zeit, bis Leomahr wieder ansprechbar war. Obwohl er nun aufhörte zu weinen, blieb er ein Wrack. Amen konnte kaum noch zusehen. Nach langem Schweigen entschied er sich, nach der Ursache der Trauer zu forschen.

„Leomahr, geht’s wieder?“, fragte die Mumie behutsam. Als Leomahr kurz aufblickte, erkannte er seine Chance und bohrte kräftig nach.

„Kannst du mir mal verraten, was dich in diesen… Zustand … gebracht hat?“, fragte Amen vorsichtig. Leomahr antwortete nicht, sondern streckte seine Hand vor, in der er etwas hielt.

Langsam näherte sich Amen und nahm den Gegenstand in die Hand. Er betrachtete ihn einige Zeit lang und hielt ihn sogar ins Licht, etwas damit anzufangen fiel ihm schwer. Er sah aus wie ein ganz normaler Edelstein, nicht mehr und nicht weniger. Aber genau dieser Edelstein schien Leomahrs Trauerquelle zu sein. Er gab das Kleinod wieder seinem Besitzer und sprach ihn wieder an.

„Nun ja… ein Edelstein…“, sagte Amen und versuchte dabei zu lächeln. Das Lächeln verging ihm jedoch, als sein Blick den des Magiers kreuzte. „Ich will dir nicht zu nahe treten, aber kannst du mir verraten, was es mit diesem Edelstein auf sich hat?“, platze es aus der Mumie raus.

„Meine… meine…“, versuchte Leomahr zu sagen, doch seine Worte blieben ihm im Halse stecken.

Die Mumie blickte ihn mit ihren hellblauen Augen gespannt an. Der Magier holte tief Luft und versuchte es erneut. „Es ist ein Geschenk von meiner Mutter“, sprudelte es aus ihm raus.

Endlich war es raus. Er wusste nicht, was Amen dazu sagen würde, aber er war froh, dass es endlich raus war. Er blickte die Mumie an und wartete auf ihre Reaktion.

Amen hockte verblüfft da. Es verging einige Zeit, die von Stille geprägt war. Die beiden Reisenden starrten sich nur an. Die Mumie schien als erste die Stimme wieder zu finden.

„Deine Mutter?“, sagte er ein wenig verdutzt. „Ich dachte, du kennst deine Eltern nicht.“

„Kannte ich bis jetzt auch nicht…“, gab Leomahr von sich.

Wenn Amen die ganze Zeit es geschafft hatte, sein ernstes Gesicht zu bewahren, dann scheiterte er spätestens jetzt daran, es beizubehalten. Sein Mund klappte ganz weit auf und seine Augen weiteten sich. Es schien ihm die Sprache verschlagen zu haben. Ganz langsam bekam die Mumie seine Stimme wieder unter Kontrolle.

„…und…und…wo ist sie jetzt?“, konnte er nur noch stottern.

Ein Blick von Leomahr reichte aus, um Amen mitzuteilen, dass er darüber nicht reden wollte. Die Mumie respektierte dies und bohrte nicht weiter. Er wechselte sogar das Thema.

„Also… wir haben nicht mehr viel Zeit“, begann Amen. „Wir sollte jetzt endlich das zweite Gefängnis ausfindig machen.“

Leomahr antwortete nicht darauf, aber stand auf und packte seine Sachen ein. Bizzu hüpfte wieder in dem Rucksack rein. Der Magier nahm seine Karte in die Hand und öffnete sie. Amen schaute ihm über die Schultern, denn er schien nicht wirklich damit beschäftigt zu sein, die Karte zu lesen.

„Gut gehen wir“, brummte die Mumie. Sie wusste nun ungefähr, wo das Gefängnis lag.

Mit Leomahr in Schlepptau dauerte das Ganze viel länger, aber Amen störte es nicht weiter.

 

~ * ~

 

Er erinnerte sich auch an solch ein Ereignis. Damals war er noch menschlich. Es war zu der Zeit, als er von seinen Eltern zum Hohepriester des Anubis geschickt worden war. Er hatte das zarte Alter von neun Jahren und der Hohepriester verlangte so vieles von ihm. Für Spielen war keine Zeit geblieben. Dann erreichte ihm die Nachricht, dass sein großer Bruder ihm Krieg gefallen war. Er war tagelang betrübt gewesen und wollte mit keinem reden. So musste es Leomahr jetzt ergehen, dachte er sich. Es würde sich wieder legen, so wie bei ihm. Er hatte Trost bei Anubis und Osiris gefunden.

 

Nach langem Wandern erreichten sie einen Tal, das nur aus Hügelgräber zu bestehen schien. Hier und da waren Ruinen von alten Tempeln zu sehen. Die bereits gewohnte und trostlose Vegetation schmückte das Tal. Alles wirkte so verzweifelt und tot. Die Knochen von längst verstorbenen Wesen tauchten gelegentlich auf.

Nicht einmal ein sanfter Windhauch wehte in dieser gebrochenen Gegend. Amen zog noch mal die Karte zur Rate und betrachtete sie von oben bis unten gründlich. Er konnte hören, wie Leomahr seinen Körper hinterher schleifte. Nun blickte die Mumie sich um und hoffte etwas Bestimmtes zu sehen.

„Da drüben ist es!“, schrie sie plötzlich los. Amen deutete auf eine Krypta, die nicht weit von ihnen lag. Das Besondere an dieser Krypta waren die zwei Engelstatuen, die zu weinen schienen. Ein spitzer Eisenzaun umrahmte die Anlage. Die Krypta selbst war aus grauem Stein erbaut und erinnerte sehr an eine große Hundehütte. Die Eingangstür war aus massivem Eisen und ein Ring schmückte die linke Seite. Je näher sie kamen, umso größer schien die Krypta zu werden. Als sie direkt vor dem Eingang standen, hätte Amen eher einen Tempel als eine Gruft vermutet. Die Eisentür war stabil, doch auch sie gab quietschend nach, als Amen am Ring zog. Nach Moder stinkende Luft wehte Amen entgegen und eine beeindruckend große Halle offenbarte sich ihm. Runde Glasfenster ließen das wenige Licht in die leere breite Halle hinein. Am anderen Ende der Halle war ein Tor zu erkennen. Er schien aus Stein zu sein und wenige Stufen führten zu ihm hinauf. Seltsame Symbole, die aus der Ferne nicht zu erkennen waren, schmückten das Tor und zwei großen Katzenstatuen flankierte es. Amen lief ohne zu zögern zum Tor. Staubig war der Boden und schlecht roch die Luft. Es war wohl sehr lange keiner hier gewesen. Die großen Katzen aus Stein schienen seine Schritte mit Interesse zu folgen. Leomahr folgte ihm ohne sich umzuschauen. Als Amen genau vor dem Tor stand, weiteten sich seine Augen. Er blickte die Symbole genauer an und rieb sich die Augen. Wieder blickte er die Symbole ungläubig an doch sie blieben so wie sie waren. Es waren Hieroglyphen.

„Leomahr, das musst du dir anschauen“, rief er begeistert. „Es sind tatsächlich Hieroglyphen! Meine Schrift! Das wird einfach, sie zu entziffern.“

Es dauerte keine halbe Stunde, da schnippte er mit seinen Fingern.

„Ich konnte es ohne Probleme entziffern“, sagte die Mumie stolz. „Es ist ein Rätsel. Ich lese es dir mal vor.

Wenn Ra nicht mehr lacht und der heulende Mond sich zeigt, wirst du mich nicht mehr finden.

Die Blicke von Basted mich zu sehen vermögen, doch dein Blick bleibt mir erspart.

Suche dort, wo sie mit dem Herz erfasst. Wählst du die falsche, wählst du den Tod.“

Amen überlegte kurz und dachte sich eine Lösung aus. Wirklich voran kam er nicht, denn sobald er etwas hatte, verwarf er es wieder. So verstrich einige Zeit. Leomahr schien immer noch nicht ansprechbar zu sein. Die Mumie hatte sich zum Überlegen auf die Stufen gesetzt. Plötzlich sprang sie auf und lief zu der linken Katzenstatue.

„Der erste Satz ist mir bereits klar… er besagt, dass wir nur bis zur Dämmerung Zeit haben…“, murmelte Amen unwirsch.

„Basteds Blick muss wohl die Augen dieser Statuen meinen, aber was heißt „Suche dort, wo sie mit dem Herz erfasst“?“ Er schaute kurz die Statue an. In seiner Erinnerung kamen die Bilder von seinem Hieroglyphenunterricht wieder. Einmal hatte er besonderen Ärger bekommen, weil er den Fuß eines Bauern falsch gesetzt hatte. Anstatt links hatte er ihn rechts gezeichnet. Vergnügt erinnerte er sich an das Gesicht des Hohepriester, der wütend schrie: „Wir schenken dem Pharao unser Herz! Und das ist links, nicht rechts, du Tölpel!“. Ihn traf der Schlag. Aber natürlich, wie konnte er das nur vergessen. Es war die linke Katze gemeint. Sofort kletterte er hoch und wollte die Augen überprüfen.

Es war ziemlich anstrengend, die vier Meter hohe Statue zu erklimmen, vor allem wenn die Wunden wieder anfingen zu schmerzen. Als er endlich ganz oben angekommen war, konnte er sehen, dass das linke Auge ein Loch aufwies. Er steckte seinen Finger hinein und drückte gegen einen geringen Widerstand. Ein „Klick“ war zu hören und zufrieden kletterte die Mumie wieder hinunter. Unter lautem Stöhnen und Schleifen öffnete sich das riesige Steintor. Dieser Krach hatte kurz Leomahrs Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

„Wer hätte das Gedacht!“, lachte Amen auf und durchschritt das Tor, gefolgt vom stillen Magier.

Ein länglicher heruntergekommener Steinraum folgte. Spinnenweben hingen überall und der Staub reichte bis zu den Knöcheln. Aus einer kleinen Rundung fiel blasses Licht hinein. Der Lichtstrahl endete auf einem staubigen Sargdeckel aus Stein. Dieser reichte Amen bis zu den Rippen.

Als die Mumie dem Sarg näher kam, entdeckte er die eingravierte Zeichnung eines Engels auf dem Deckel. Er war viel zu aufgeregt, um auf Leomahr zu warten und schob mit voller Kraft den Deckel zur Seite. Mit einem tiefen „Dong“ fiel er zu Boden und wirbelte den Staub auf. Ein wohlgeformter Körper offenbarte sich ihm. Ein graues und schmutziges Kleid, dessen Enden zerrissen waren, trug die tief im Schatten liegende Gestalt. Das glatte, pechschwarze Haar floss die zierlichen Schultern hinunter. Nur das grüne, faltige Gesicht störte das sonst makellose Erscheinen der Frau. Ein goldener Splitter ragte aus der linken Brustseite. Es war genau dort, wo sonst das Herz schlug. Ihre Hände lagen sanft auf ihrem Bauch zusammengefaltet. Wie eine schlafende Prinzessin, die auf ihren Prinzen wartete, lag sie da.

Ein Poltern aus der Halle zog Amens Aufmerksamkeit von der vermeintlichen Schönheit weg.

Ohne Zeit zu verlieren rannte er zum Tor und blickte hinaus. In Eisen gehüllte Gestalten marschierten in seine Richtung und es waren mindestens zwei Dutzend. Mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, schloss er das Tor und stemmte sich dagegen. Eine Frage schoss im durch den Kopf: „ Wie lange werde ich es diesmal halten können“.

 

~ * ~

 

Als Leomahr die schweren Schritte hören konnte, schaute er mit seinem glasigen Blick Amen an. Amen bewegte seine Lippen und starrte ihn an, doch er konnte nichts hören. Die Mumie schien verzweifelt zu versuchen, ihn zu erreichen. Angst breitete sich in seinem Blick und auch Sorge.

Sorge, sein Leben zu verlieren? Nein, vielmehr Sorge, etwas anderes zu verlieren. Etwas viel wichtiger als das eigene Leben.

„Ich bin froh, dass Amen dir wieder dein wunderschönes Lächeln zurückgegeben hat“, hallte es in seinem Kopf wider. Das Schicksal war tatsächlich merkwürdig. Sie kannten sich nur einige Tage und doch war eine starke Bindung zwischen ihnen. Leomahr lief langsam zu Amen. Er wollte hören, was die Mumie ihm mitteilen wollte. Jeder Schritt war eine Qual und doch lief er weiter. Was trieb ihn an? War es… Freundschaft? Amens Blick erhellte sich als Leomahr näher kam. Er schien sogar zu lächeln. Er sagte etwas in diesem lachendem Ton. Etwas, das Leomahr unbedingt hören wollte, und er hörte es.

Die Mumie sagte etwas und grinste.

Es war so als würde ein Glasgefängnis um den Magier bersten. Alles schien klarer zu werden als sonst. Sein Leben war ihm nicht wichtig, nur das seiner neuen Freunde kümmerte ihm. Eine unbändige Wut wuchs in ihm gegen jeden, der ihnen schaden wollte. Sein Blick verfinsterte sich und seine Miene wurde Furcht erregend. Er verlor die Kontrolle über sich und ließ seinen Gefühlen freien Lauf.

 

~ * ~

 

 

Amen war damit beschäftigt, das Tor geschlossen zu halten, denn jemand drückte bereits stark dagegen.

„Leomahr! Es sind zu viele! Das packen wir nicht!“, schrie er die gebückte Gestalt in der finsteren Ecke an. Sie schien nicht zu reagieren und starrte ihn bloß an, so als würde er ihn gar nicht hören.

„Ich glaube, das war’s für uns, Kumpel!“, sagte Amen zu der näher kommenden Gestalt. Als Leomahr knapp vor ihm war und ihn anstarrte, konnte er es nicht mehr zurückhalten.

„Wenn ich hier draufgehen sollte, dann wenigstens an der Seite eines Freundes, denn nichts anderes bist du in diesen Tagen für mich geworden Leomahr!“, grinste Amen.

Er konnte die rasche Veränderung in Leomahrs Augen sehen. Sie wurden dunkler und bösartiger.

Amens Augen weiteten sich, als er sah, was gerade geschah. Selbst den Druck gegen seine Schultern spürte er nicht mehr. Um Leomahr entstand ein Wirbel. Ein Wirbel aus schwarzen Federn, der sich immer weiter ausbreitete. Wut stand im Gesicht des Magiers geschrieben. Die schwarzen Federn formten sich zu kleinen geflügelten Gestalten. Wie Blumen sprossen lange schwarze Haare aus den kleinen weiblichen Köpfen. Wohlgeformt und graziös waren ihre dunklen Körper. Eine Musik, die direkt aus dem Himmel zu kommen schien, ertönte. Flöten und Glocken waren zu hören. Amen war so gebannt und verzaubert von der Musik, dass nicht mal der wegstoßende Hieb ihm was ausmachte. Das Tor ging auf und Ritter stürmten hinein. Doch auch diese blieben stehen und bewegten sich nicht mehr, als die wunderschöne Musik zu hören war. Ein göttlicher Tanz begann um Leomahr, der selbst im Kreis zu schweben schien. Prächtige schwarze Flügel wuchsen auf seinem Rücken. Wie ein Engelschor stimmten die tanzenden Feen der Nacht in die Musik ein. Die himmlischen Töne schienen immer langsamer zu werden und auch der Tanz verhielt sich entsprechend. Wie ein Schlachtruf erschall die Stimme von Leomahr durch den leeren, stillen Tempel und rief die Gestalten zum Gefecht. Wie todesmutigen Amazonen griffen die dunklen Wesen an.

Amen konnte nichts sagen, dafür war er zu verblüfft. So sah es also aus, wenn man eins wurde mit den Geistern und so ein Teil des Universums.

 

~ * ~

 

Leomahr konnte deutlich die Stimmen hören, die seinen Namen riefen. Sie waren süß wie Honig und verlockender als der Duft einer Rose. Langsam schloss er die Augen und ließ seinen Körper von den höheren Kräften leiten. Eine Musik ertönte in seinem Geiste, so sanft wie der Gesang einer Nachtigall.

Sanfte Laute wehten um seinen Körper. Sie waren um ihn und in ihm. Die Wut war einem anderen Gefühl gewichen, das er nicht beschreiben konnte. Alles, was er wollte, war seine einzigen Freunde zu beschützen. Er hatte schon zweimal versagt und es durfte kein drittes Mal daraus werden.

Leomahr. Wir sind bei dir. Tanz mit uns, Leomahr“, flüsterten die kindlichen Stimmen zu ihm.

Ja, er wollte tanzen. Er wollte Teil des Universums werden. Die geschmeidigen Bewegungen der Geister führten ihn an. Er fühlte sich so frei und leicht, wie in einem Traum. Fern waren alle irdischen Gedanken. So stimmte er mit in den ewigen Tanz der Nachtgeister ein. Geborgenheit und Kraft durchströmten den schwebenden Körper. Leomahr öffnete seinen Geist und ließ die graziösen Wesen in sich hinein. Er spürte, wie er zu einem von ihnen wurde. Die Musik wurde langsamer und auch Leomahr erlahmte. Die verträumten Augen, die so viel Wärme nun beinhalteten, wurden geöffnet.

„Die Nacht soll kommen. Es ist Zeit“, flüsterte er. Leomahr flog voran und die reinen Nachtgeister folgten ihm. Der kosmische Tanz, den er in den gegnerischen Reihen vollführte, brachte Tod und Verderben. Das Gleichgewicht bestand aus Tanz und Musik, schoss es ihm durch den Kopf. Wie ein Klingenwirbel raste er graziös durch alle Feinde. Er spürte, wie die Geister es ihm nachtaten. Es war ein Tanz, der niemals enden sollte. „Der Tanz neigt sich dem Ende, Geistertänzer. Das, was dir lieb ist, ist nun in Sicherheit. Die Nacht ruft uns und wir müssen gehen. Wir werden aber immer hier sein, denn wir vergehen nicht“, flüsterten die honigsüßen Stimmen. Leomahr dankte ihnen im Geiste von ganzem Herzen. Die Nocturne der Geister endete langsam und die Wesen verschwanden in den Tiefen der Nacht. Die Sterblichkeit kehrte in ihn zurück, doch die Sorgen blieben ihm fern. Diese Form der Einigung war er nie eingegangen. Jetzt, wo es beendet war, dachte er schon sehnsüchtig an die nächste Wiedervereinigung. Hinter ihm ertönte Amens Stimme. Es war wie ein Segen, sie zu hören. Er war seit langem wieder froh, echte Freunde zu haben.

 

~ * ~

 

 

Amen war aufgestanden und rannte sofort zum Tor, um zu sehen, was geschah. Es ging so schnell, dass er nicht alles sofort begriff. Er konnte sehen, wie Leomahr zum Angriff überging. Er tötete seine Feinde, mit seinen beiden Klingen, tanzend. Wie in einer Trance schritt er umher. Die kleinen dunklen Wesen stimmten in diesen Tanz ein. Amen wollte sich zu Leomahr durch die wenigen Überlebenden freikämpfen. Er schwang sein Schwert und erschlug mühelos die fliehenden Ritter. Es kehrte langsam Ruhe ein und Leomahr glitt sanft zu Boden. Seine Flügel verschwanden und mit ihnen auch die wohlgeformten Wesen. Amen näherte sich langsam der nun knienden Gestalt.

„Leomahr? Ist alles in Ordnung?“, fragte Amen mit seine trockenen Stimme langsam.

Der Magier schaute auf und schenkte ihm ein ermüdetes Grinsen.  

 

(c) XES_Hunter 2006