The Legend of Lordi – The seventh deadly sin

 

 

Das Stöhnen wurde lauter und heftiger. Die Lust floss durch ihre Adern wie Feuer und sie genoss die Macht, die ihren Körper erbeben liess.  Die Bettfüsse rutschten über den Boden und der Bettkopf knallte immer wieder gegen die Wand. Hätten Nachbarn nebenan gewohnt, hätte es schon längst an der Tür geklingelt.

Erneut durchlief sie ein Schauer. Gleich, gleich war es soweit. Der Mann der unter ihr lag und ihre Bewegungen sichtlich genoss, hätte sich nicht einmal träumen lassen was gleich auf ihn zukommen würde. Denn hätte er es gewusst, hätte er sich nie so leicht verführen und aufs Zimmer locken lassen. Immer heftiger wurden auch seine Bewegungen.

Er verlor fast den Verstand, denn diese Frau war fähig, ihm Gelüste zu entlocken, von denen er nicht einmal geahnt hatte, dass sie da waren. Er besah sich die Frau nochmals, die rittlings auf ihm sass. Der perfekte Körper, die wohlgeformten Brüste und erst das Gesicht. Einem Engel gleich, von kohlrabenschwarzem Haar umrahmt. Sie hatte die Augen geschlossen und auch er schloss sie wieder und genoss mit jeder Faser seines Körpers den Sex mit ihr.

Jetzt öffnete sie die Augen, ohne dass er es bemerkte. Sie betrachtete ihn. Fast war es schade um seinen sportlichen Körper, das leicht kantige Gesicht und das kurze, braune Haar. Doch sie konnte nicht anders. Sie liebte es zu sehr, sie genoss das Gefühl der Wärme und Energie. Dann umkräuselte ein Lächeln ihre schmalen Lippen. Sie presste die Hände fest auf den Oberkörper ihres Liebhabers. Dann ging eine seltsame Veränderung mit ihr vor. Die Augen, die von einem satten Braun – Grün waren, wurden weiss und die Pupillen zogen sich senkrecht zu Schlitzen zusammen. Aus ihren zarten Fingerspitzen schoben sich Krallen. Da merkte auch der Mann unter ihr, dass etwas nicht stimmte. Er öffnete die Augen und wünschte sich im selben Augenblick, das nie getan zu haben. Denn auf ihm sass nun eine Frau, die jetzt aber mehr Ähnlichkeit mit einer Katze hatte. Sie grinste ihn an und entblösste dabei zwei Reihen spitzer Zähne, die zu einer Raubkatze passten. Weiter vollführte sie ihre weichen Bewegungen auf ihm und selbst wenn er es gewollt hätte, hätte er es nicht stoppen können. Aus ihrer Kehle kroch ein Schnurren hervor, das gleichzeitig bösartig und doch irgendwie beruhigend war. Dann verstärkte sich der Griff um seinen Oberkörper. Sein Körper und der seiner Partnerin bewegten sich heftiger und stärker. Gelähmt vor Entsetzen hielt er den Augenkontakt aufrecht. Blickte weiter in diese bösartigen Katzenaugen. Es kam zum Schluss. Es war soweit. Jetzt. Im selben Augenblick spritzte Blut. An die Wände, die Decke, sogar bis zur Tür. Er bäumte sich auf, als wollte er alles mit dem letzten, erlösenden Moment herauslassen. Dann war es vorbei. Schlagartig war es still. Kein knarrendes Bett mehr, keine Bettfüsse die über den Boden kratzten oder ein Bettkopf der an die Wand knallte. Überall war nur Blut. Es tropfte von der Decke, als hätte es in der Wohnung oberhalb einen Wasserschaden gegeben. Die Frau richtete sich auf. Ein weiteres Mal genoss sie dieses unbeschreibliche Gefühl, das ihren ganzen Körper durchströmte. Sie lachte, doch das Blut um ihren Mund entstellte dieses Lachen zu einer grauenvollen Grimasse. Einen Moment lang blieb sie auf dem noch warmen Körper sitzen. Dann erhob sie sich. Sie betrachtete das, was von ihrem Liebhaber noch übrig geblieben war. Der arme Herr Pfarrer. Sie lächelte. Was predigte er doch immer? ‚Haltet ab von den Sünden’! Doch er war sogar einer Todsünde erlegen; der Wollust. Mit ihrer Zunge fuhr sie sich nun über die Lippen und leckte das restliche Blut weg. Plötzlich vernahm sie etwas. Ihre Verwandtschaft mit den Katzen brachte nun einen weiteren Vorteil zum Vorschein. Ihr Gehör war besser, als das eines jeden anderen Menschen. Die Tür zum Wirtshaus wurde geöffnet, sie hörte Stimmen. Es mussten etwa 10 Männer sein. Dann der Wirt. Er sprach über Gäste, aber trotz allem konnte sie nicht verstehen, was gesprochen wurde. Doch ihr geschärftes Gefühl verriet alles. Die Männer suchten nach ihr. Blitzschnell drehte sie sich um und entdeckte das kleine Fenster, dass hinter einem dicken Vorhang versteckt war. Leise schlich sie sich darauf zu. Doch dann; war es eine Unachtsamkeit? Oder wurde sie durch irgendetwas abgelenkt? Sie wusste es nicht, doch sie hatte die Gewissheit, dass die Männer die sich direkt unter ihr befanden nun wussten, dass sich jemand über ihnen bewegte. In der Dunkelheit war sie auf eine lose Diele getreten, die einen lauten, knarzenden Ton von sich gab. Sie lauschte: Es war still. Zu still. Dann ging alles ganz schnell. Bevor sie sich rühren konnte, wurde die Tür aufgerissen und, wie sie geahnt hatte, stürmten 10 Männer zur Tür herein. Alle mit Fackeln, Messern und Gewehren bewaffnet. Sie fauchte und versuchte geduckt zwischen den Männern aus der Tür zu fliehen. Doch sie wurde gepackt und auf den Boden gedrückt. Lautes Stimmengewirr war zu vernehmen. Dann trat einer der Männer vor, zeigte mit dem Finger auf sie und sagte: „Awa de Paysant. Du bist schuldig, der Ketzerei und Teufelsanbetung. Des Weiteren werden dir ungezählte Morde zur Last gelegt. Hiermit verurteilt dich das Gericht der Inquisition zum Tod. Schafft sie raus!“

Sie wehrte sich, sie strampelte und fauchte. Dann machte einer der Männer den Fehler ihr zunahezukommen. Mit einer blitzartigen Bewegung kratzte sie ihm die Augen aus. Ihre Nägel bohrten sich tief in die Höhlen des Mannes. Er schrie und schlug um sich, doch die anderen reagierten zu spät. Der Mann würde nie mehr irgendetwas sehen. Er wimmerte und schluchzte, doch das verursachte der Frau nur noch mehr Genuss. Schliesslich wurde sie grob auf die Füsse gerissen, doch es schien, als wäre ihre gesamte Gegenwehr einfach verstummt. Den Blick auf den Boden gerichtet, liess sie sich nach draussen führen. Hätte der Mann, der immer noch auf dem Boden sass, noch etwas gesehen, hätte er das Grinsen gesehen, das um die Lippen der Frau spielte.

 

Sie blickte in den Himmel. Er war schwarz und die Sterne waren hinter einer dicken Wolkenschicht verschwunden. Nur der Mond schien leicht gedämpft dahinter hervor. Die kleine Gruppe schritt in diesem fahlen Licht, das nur noch von einer kleinen Laterne unterstützt wurde, den schmalen Pfad entlang, auf die fahlen Umrisse eines kleinen Gebäudes zu. Inmitten der Gruppe lief sie und sie wusste, dass das ihr letzter Gang war.

Sie waren angekommen und nun sah man, dass es sich bei dem Gebäude um ein kleines Mausoleum handelte. Sie blickte auf. Die Tür war mit schweren Eisenriegeln gesichert, die der eine Mann nun einen nach dem anderen aufschloss. Die Tür wurde aufgedrückt und ein eisiger Luftzug schlug ihnen entgegen. Es roch nach Moder und sie bemerkte wie einige der Männer, die sie aus dem Wirtshaus geholt hatten, sich die Hand vor den Mund hielten. Sie lächelte. Diese Menschen. So schwach und unwissend. Sie zog die Luft tief ein und genoss den Geruch von Tod und Verwesung. Dann schritten sie über die Schwelle. Draussen war es zwar frisch gewesen, doch hier drinnen war es beklemmend kalt. Ihre Augen gewöhnten sich viel schneller an das dämmrige Licht, das von der kleinen Laterne in der Hand des vordersten Mannes ausging. Der Raum war nicht sonderlich gross und in der Mitte stand ein steinerner Sarg, der den grössten Teil des Platzes wegnahm. Dann wurde sie unsanft zu dem Sarg gestossen, vor dem sich eine kleine steinerne Treppe befand. Sie stieg das Treppchen hinauf und sah hinunter in einen Sarg, der mit rotem Samt ausgekleidet war und in dem ein einzelnes, rotes Kissen lag. Sie stieg hinein und legte sich hin. Das ging alles ohne Worte vor sich. Nun trat derselbe Mann hervor, der auch bereits im Wirtshaus das Wort an sie gerichtet hatte. Wortlos öffnete er die eine Seite seines Mantels und zog einen langen Pflock, sowie einen Hammer hervor. Sie hatte sich inzwischen hingelegt und beobachtete jede seiner Bewegungen mit unverhohlener Neugier. Dann setzte er denn Pflock auf den Fleck über ihrem Herzen, hob den Hammer und liess ihn mit voller Wucht auf den Pflock niedersausen.

Kein Schmerz, nur plötzlich einsetzende Müdigkeit. Eine Müdigkeit, die alles andere wegspülte und beiseitefegte.

Sie blickte in die Augen ihres Mörders und lächelte. Der Schock, der sich auf seinem Gesicht ausbreitete, verschaffte ihr grösstes Vergnügen. Dann nahm er eine der Fackeln zur Hand und warf ihn in den Sarg. Sofort ging ihr Kleid in Flammen auf. Doch sie spürte den Schmerz nicht. Dafür war sie zu müde. Dann bemerkte sie doch noch etwas. Bildete sie sich das nur ein? War es der nahende Tod? Oder bloss ein Verwirrspiel ihrer Sinne? In den Flammen, die sich nun von ihrem unteren Teil des Kleides zum oberen Teil vorarbeiteten erblickte sie ein Gesicht. Das Gesicht grinste sie an und dann war da noch was. Über dem Gesicht bildete sich in den Flammen eine runde Scheibe die rotfarbig war. Das Rot war so intensiv, dass es sogar aus den Flammen herausstach. Wieder blickte sie in das Gesicht, es grinste immer noch. Ihre Sicht wurde trübe und sie konnte kaum noch was erkennen. Ausser dass die Gestalt ihre rotglühenden Augen in die Ihrigen bohrte. Der Kopf in den Flammen nickte. War es ein Nicken? Sie konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen, trotzdem nickte sie zurück. Dann schloss sie die Augen und ihr letzter Atemzug galt der Gewissheit, dass das nicht das Ende war.

 

 

Fortsetzung folgt in: ’’The Legend of Lordi - Das Labyrinth“