Amen

 

Die Macht der Pharaonen

 

I  -  Pharao

 

   "Geh, und sag den Dienern ihr Herr hat Durst, Bastard." sprach der Pharao, und vollführte eine wegwerfende Handbewegung in Richtung des jungen Mannes der mit gesenktem Haupt vor dem reich geschmückten Podium kniete. Eine seiner Hände war zur Faust geballt, sodass die Knöchel weiß hervortraten.

   "Ja, mein Pharao." sagte er, und stand auf, um sich mit gesenktem Haupt vor der prächtigen Erscheinung des Gottkönigs zurückzuziehen.

Als er durch das große bronzene Tor des Thronsaals trat, dessen Flügel hinter ihm von Dienern beinahe lautlos geschlossen wurden, hob er seinen Blick. Ohne sein Zutun bewegte sich seine rechte Hand an seine Stirn, und befühlte dort eine dicke, wulstige Narbe die sich von der Nasenwurzel weg quer über die glatte, jugendliche Stirn zog. In den ungewöhnlich hellen, wasserklaren Augen des jungen Mannes stand Hass.

Ein vorbei eilender Palastdiener zog sich hastig zurück, als er des hageren, kräftigen Mannes ansichtig wurde, der die Insignien eines höher Geborenen trug. Ein jeder ging ihm aus dem Weg, als er forschen Schrittes und mit flammendem Blick zurück in seine Gemächer eilte. Jeder wusste wer er war.

Das Gold seiner Zeremonienrüstung glänzte im Schein der nachmittäglichen Sonne, verlieh ihm ein klein wenig einer überirdischen Aura, und ließ dabei keinen Zweifel an dem Status seines Trägers. Vielleicht war er nur der Halbbruder des Gottkönigs, doch auch in seinen Adern floss das Blut eines Pharaos.

Jeder wusste das, jeder konnte es sehen - nur nicht sein Bruder.

 

 

II  -  [...]

 

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